Lesezeit: ca. 8 Minuten
Es ist drei Uhr früh. Du sitzt auf dem Sofa, dein Baby schläft endlich auf deiner Brust, und du scrollst mit einer Hand durch Instagram. Neugeborenenbilder. Winzige Füße, weiche Decken, schlafende Gesichter. Und irgendwo zwischen Rührung und Erschöpfung kommt der Gedanke: „Das will ich auch. Aber jetzt ins Auto steigen, mit Babyschale, Wickeltasche, Stillkissen und einem Körper, der sich anfühlt, als wäre ein Lastwagen drübergefahren? Eher nicht.“
Genau dafür gibt es das Neugeborenenshooting zu Hause. Ich bin Sabrina, Fotografin und Filmerin aus Hollabrunn, Mama von zwei Kindern, und ich weiß ziemlich genau, wie sich die ersten Wochen anfühlen. In diesem Artikel erzähle ich dir ehrlich, wie ein Homeshooting abläuft, was du vorbereiten kannst (und was nicht), worauf es bei der Sicherheit wirklich ankommt und welche Ideen in einer ganz normalen Wohnung wunderschön funktionieren.
Warum überhaupt zu Hause fotografieren?
Viele meiner Neugeborenenshootings finden in meinem kleinen, hellen Studio in Hollabrunn statt. Dort ist alles vorbereitet: vorgeheizt auf rund 25 Grad, weiche Decken, ruhige Naturtöne. Trotzdem gibt es gute Gründe, mich lieber zu euch nach Hause zu holen:
- Ihr müsst nirgendwo hin. Kein Termin, zu dem ihr pünktlich erscheinen müsst, während das Baby genau in der Sekunde vor dem Losfahren die Windel sprengt.
- Die Erholung geht vor. Gerade nach einem Kaiserschnitt oder einer anstrengenden Geburt ist Autofahren für viele Mamas einfach noch zu viel.
- Eure Geschichte spielt dort. Das Kinderzimmer, das ihr monatelang eingerichtet habt. Das Bett, in dem ihr zu dritt kuschelt. Der Hund, der das neue Familienmitglied skeptisch beäugt. Das sind Erinnerungen, die es in keinem Studio gibt.
- Geschwister fühlen sich sicherer. Ein Zweijähriger, der in seinem eigenen Wohnzimmer spielt, ist meistens deutlich entspannter als einer in einem fremden Raum.
Das Homeshooting kostet bei mir 100 Euro Aufpreis. Darin stecken der Auf- und Abbau und das Material, das ich mitbringe. Falls Fahrtkosten anfallen, sage ich dir das vorab. Alles andere läuft genauso wie im Studio.
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Am verschlafensten und kuscheligsten sind Babys in den ersten 14 Lebenstagen. In dieser Zeit schlafen sie viel und tief, rollen sich noch gern ein und lassen sich gemütlich hinlegen. Das heißt aber nicht, dass du am 15. Tag zu spät dran bist. Ab der dritten bis sechsten Lebenswoche entstehen andere, genauso schöne Bilder: wache Babys mit großen, neugierigen Augen, die schon ganz bewusst schauen.
Mein ehrlicher Tipp: Melde dich am besten schon in der Schwangerschaft, so um die 20. Woche. Dann notiere ich mir euren Geburtstermin, und wenn das Baby da ist, schickst du mir einfach eine kurze Nachricht. Den genauen Tag machen wir dann gemeinsam aus. Babys halten sich nämlich erfahrungsgemäß eher selten an den errechneten Termin, und das ist völlig in Ordnung. Und wenn ihr nach der Geburt erst einmal Ruhe braucht, dann warten wir eben.
Sicherheit zuerst – und zwar wirklich
Wenn du nach Neugeborenenfotos suchst, siehst du manchmal Bilder, bei denen Babys ihr Köpfchen auf die Hände stützen oder in Körbchen hoch oben auf einem Tisch liegen. Viele Eltern fragen sich zurecht: Ist das sicher? Die ehrliche Antwort: Solche Posen sind entweder Bildmontagen aus mehreren Fotos, bei denen immer eine Hand das Baby hält, oder sie sind schlicht ein Risiko. Bei mir gibt es keine riskanten Posen. Punkt.
So halte ich es bei jedem Shooting, ob im Studio oder bei euch:
- Dein Baby bestimmt das Tempo. Es wird nur so hingelegt und gehalten, wie es sich wohlfühlt. Wenn es eine Position nicht mag, lassen wir sie einfach weg.
- Immer jemand in Reichweite. Du oder dein Partner seid immer ganz nah dabei. Babys sind schneller, als man denkt, auch wenn sie noch nicht krabbeln.
- Fotografiert wird auf Bodenhöhe. Weiche Unterlage, nichts, wovon man herunterfallen könnte.
- Wärme. Neugeborene kühlen schnell aus, gerade wenn sie nur in eine Decke gekuschelt sind. Deshalb heizen wir den Raum vorher gut auf.
- Saubere Hände, saubere Tücher. Hände waschen ist selbstverständlich, und die Tücher und Decken, die ich mitbringe, sind frisch gewaschen.
- Gesund oder gar nicht. Wenn jemand krank ist, das Baby, ein Geschwisterkind oder ich selbst, verschieben wir den Termin kostenlos. Kein Bild der Welt ist wichtiger als die Gesundheit eures Babys.
Wie läuft ein Homeshooting ab?
Damit du dir das besser vorstellen kannst, hier der Ablauf, wie er meistens aussieht. Meistens, weil Babys ihre eigenen Pläne haben.
Ankommen und umschauen
Ich komme bei euch an, trinke vielleicht einen Schluck Wasser und schaue mich in Ruhe um. Wo ist das schönste Licht? Fast immer ist es ein großes Fenster, oft im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer. Dort richte ich mir einen kleinen Platz ein. Du musst dafür nichts umbauen.
Erst die Familie, dann das Baby allein
Wenn Geschwister dabei sind, starten wir mit ihnen, solange die Laune noch gut ist. Danach dürfen sie spielen oder mit Oma in den Garten. Dann folgen Bilder von euch als Eltern: Mama mit Baby, Papa mit Baby, ihr drei zusammen. Und dann, wenn das Baby satt und tief schläft, die zarten Bilder ganz für sich: eingekuschelt, die winzigen Finger, die Zehen, die Wimpern, das erste Haarbüschel.

Pausen gehören dazu
Ich plane ungefähr zwei Stunden ein, und ich schaue dabei nicht auf die Uhr. Gestillt, gewickelt, getröstet wird, wann immer es nötig ist. Ein bisschen Pipi auf der Decke ist für mich übrigens Alltag. Ehrlich. Niemand muss sich entschuldigen, und ich habe noch nie erlebt, dass ein Shooting daran gescheitert wäre.
Was du vorbereiten kannst (Checkliste)
Keine Angst, du musst nicht putzen wie für den Besuch der Schwiegermutter. Ich fotografiere den Ausschnitt, der schön ist, und der Wäscheständer bleibt einfach außerhalb des Bildes. Ein paar Kleinigkeiten helfen aber wirklich:
- Den Raum mit dem größten Fenster aussuchen und ein bisschen Platz davor schaffen.
- Den Raum gut warm machen. Für dich wird es etwas zu warm sein, für dein Baby ist es genau richtig.
- Für dich und deinen Partner leichte, bequeme Kleidung in ruhigen Farben bereitlegen. Bei der Wärme wirst du kein dickes Wollkleid wollen.
- Dein Baby kurz vor meiner Ankunft füttern. Satte Babys schlafen tiefer.
- Schnuller bereithalten, falls ihr einen verwendet. Er ist oft der beste Assistent, den ich habe.
- Windeln, Feuchttücher und einen Ersatz-Body in Reichweite legen.
- Besondere Dinge herrichten: die Decke, die die Oma gestrickt hat, das Ultraschallbild, die Eheringe, das erste Kuscheltier.
- Für dich selbst etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen bereitstellen.
- Haustiere: Sag mir vorher Bescheid. Dann planen wir sie ein oder lassen sie zwischendurch kurz in einem anderen Raum.
Ideen, die in jeder Wohnung funktionieren
Du brauchst kein Fotostudio, kein Designerzimmer und keinen Schaukelstuhl aus dem Katalog. Diese Ideen gehen fast überall:
Das große Bett
Weiße oder helle Bettwäsche, alle drei (oder vier, oder fünf) eingekuschelt, und das Licht vom Fenster. Das sind oft die Bilder, die später über dem Bett hängen. Ein kleiner Trick: Wenn ihr dunkle Bettwäsche habt, legen wir einfach eine helle Decke darüber.
Am Fenster
Papa hält das Baby am Fenster, das Licht fällt weich auf das kleine Gesicht. Ganz einfach, ganz still, und es ist eines der ehrlichsten Bilder eines Neugeborenenshootings.
Das Kinderzimmer
Ihr habt es mit so viel Liebe eingerichtet. Ein Bild von euch, wie ihr gemeinsam ins Bettchen schaut, oder das Baby, das zum ersten Mal in seinem Zimmer liegt, wird mit den Jahren immer kostbarer.
Die kleinen Details
Winzige Füße in Mamas Händen. Die Hand eures Babys um Papas Finger. Das Namensarmband aus dem Krankenhaus. Die Ringe auf der kleinen Decke. Details brauchen kaum Platz und erzählen trotzdem eine ganze Geschichte.

Geschwisterliebe
Das große Geschwisterkind, das ganz vorsichtig ein Küsschen gibt. Oder skeptisch schaut. Oder lieber die Kamera haben will. Alles davon ist echt, und alles davon ist schön.

Ehrliche Antworten auf die Fragen, die dir vielleicht peinlich sind
„Ich sehe gerade furchtbar aus.“
Du hast vor ein paar Tagen ein Kind geboren. Du siehst aus wie eine Mama, und genau das wird dein Kind später sehen wollen. Ich zeige dir Haltungen, die sich gut anfühlen, und achte auf schmeichelndes Licht. Ein bisschen Concealer und frisch gewaschene Haare reichen völlig. Und wenn sie nicht gewaschen sind? Dann eben ein lockerer Knoten. Niemand wird es merken.
„Unsere Wohnung ist zu klein.“
Das höre ich oft, und es stimmt fast nie. Ich brauche ungefähr so viel Platz, wie ein großes Badetuch am Boden einnimmt, plus ein Fenster. Mehr nicht.
„Und wenn mein Baby die ganze Zeit wach ist und schreit?“
Dann machen wir Pausen, du stillst oder tröstest, und wir probieren es später wieder. Wache Babys mit großen Augen ergeben oft die Lieblingsbilder der Eltern. Und auch ein schreiendes Baby im Arm einer lachenden Mama ist ein ehrliches, liebevolles Bild.
„Muss ich mich vorher für ein Paket entscheiden?“
Nein. Ich fotografiere bei jedem Shooting eine komplette Galerie mit meist 30 bis 50 bearbeiteten Bildern. Dazu gestalte ich künstlerische Doppelbelichtungen und aus kurzen bewegten Momenten einen persönlichen Erinnerungsfilm. Du siehst alles zuerst als Vorschau und entscheidest dich erst dann für deine Kollektion. So weißt du genau, wofür du bezahlst.
„Wann bekommen wir die Bilder?“
Deine Galerie ist in der Regel nach ein bis zwei Wochen fertig. Und Bilder von euch zeige ich auf meiner Website oder auf Instagram nur, wenn du ausdrücklich zustimmst.
Studio oder zu Hause – was passt zu euch?
Ganz ehrlich: Beides ist schön. Das Studio hat den Vorteil, dass alles schon vorbereitet ist und das Licht immer gleich gut ist. Außerdem könnt ihr bei schönem Wetter auch unter meine große Trauerweide im Garten. Das Homeshooting hat den Vorteil, dass ihr in eurer gewohnten Umgebung bleibt und eure eigene Geschichte im Bild ist. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir einfach, wie es euch gerade geht. Dann finden wir gemeinsam heraus, was für euch passt.
Zum Schluss
Die ersten Wochen mit einem Baby sind gleichzeitig die längsten und die kürzesten deines Lebens. Die Nächte ziehen sich, und plötzlich passt der Strampler nicht mehr. Ein Neugeborenenshooting hält genau diese Zeit fest, bevor sie im Schlafmangel verschwimmt. Und wenn du dafür nicht einmal das Haus verlassen musst, umso besser.
Wenn du magst, schreib mir einfach eine Nachricht mit deinem Geburtstermin. Ich melde mich persönlich bei dir. Und falls du jetzt gerade um drei Uhr früh mit Baby auf der Brust diesen Artikel liest: Du machst das großartig.
Alles Liebe,
Sabrina
Das könnte dich auch interessieren
Ich freu mich auf dich!
Schreib mir deinen Geburtstermin – ich melde mich persönlich bei dir.


