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Ihr habt eure Location, ihr habt ein Datum, und vielleicht habt ihr sogar schon einen Plan, wer neben Tante Gerti sitzen darf und wer auf keinen Fall. Und jetzt sucht ihr eine Hochzeitsfotografin. Ihr scrollt durch Websites, schaut Instagram-Profile an, und irgendwann sehen alle Bilder irgendwie ähnlich schön aus. Wie trefft ihr da eine gute Entscheidung?
Ich bin Sabrina, Hochzeitsfotografin und Filmerin aus Hollabrunn im Weinviertel. Ich habe selbst geheiratet und kenne deshalb beide Seiten: die Braut, die um sechs Uhr früh nervös ihre Liste checkt, und die Fotografin, die um sechs Uhr früh ihre Akkus zählt. In diesem Artikel findet ihr die zwölf Fragen, die ihr jeder Hochzeitsfotografin stellen solltet, bevor ihr unterschreibt. Und weil Ehrlichkeit verbindet, beantworte ich sie gleich selbst.
1. Passen wir menschlich zusammen?
Das ist keine Frage, die ihr laut stellen müsst, aber es ist die wichtigste von allen. Eure Fotografin ist an eurem Hochzeitstag oft die Person, die euch am längsten am nächsten ist. Sie ist beim Getting Ready dabei, wenn die Nerven blank liegen, sie sieht die Tränen beim Ja-Wort und den peinlichen Tanzschritt um Mitternacht. Wenn ihr euch in ihrer Gegenwart nicht wohlfühlt, sieht man das auf jedem Bild.
Deshalb lernen wir uns bei mir immer vorher kennen, bei einem Kaffee oder per Videocall. Danach seid ihr vor der Kamera keine Fremden mehr. Und wenn es nicht passt, dann ist das auch eine gute Erkenntnis.
2. Können wir ganze Hochzeiten sehen, nicht nur die schönsten Bilder?
Auf Instagram zeigt jede Fotografin ihre Highlights. Das ist legitim, aber es sagt wenig darüber aus, wie eure komplette Galerie aussehen wird. Fragt nach einer vollständigen Hochzeitsreportage. Achtet darauf, ob auch die Gäste schön getroffen sind, wie die Bilder in dunklen Räumen aussehen und ob die Gruppenfotos ordentlich sind. Genau dort zeigt sich, wie gut jemand wirklich arbeitet.
3. Wie viele Stunden Begleitung brauchen wir?
Denkt vom letzten Bild her, das ihr euch wünscht. Soll der Eröffnungstanz drauf sein? Die Torte? Die Party? Als grobe Orientierung: Standesamt mit Paarshooting braucht etwa zwei bis drei Stunden, Trauung bis Torte vier bis sechs Stunden, und der ganze Tag vom Getting Ready bis zur Party acht bis zehn Stunden.
Meine ehrliche Empfehlung ist die ganztägige Begleitung, weil ihr dann eure komplette Geschichte habt: die Aufregung am Morgen, die Gänsehaut am Nachmittag und den Übermut am Abend. Aber ich rechne mit euch gemeinsam aus, was ihr wirklich braucht.
4. Fotografierst du alleine oder im Team? Und wie schaffst du Foto und Film?
Ich begleite Hochzeiten alleine. Für euch heißt das: ein vertrautes Gesicht, keine fremde zweite Person, an die ihr euch gewöhnen müsst. Die Fotografie ist dabei immer meine Hauptaufgabe. Wenn ihr zusätzlich einen Film bucht, filme ich die schönsten bewegten Momente zwischendurch mit.

Damit nichts Wichtiges fehlt, bitte ich euch vorher um eure fünf Momente, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Die plane ich fix ein. Wo es erlaubt ist und das Wetter mitspielt, fliegt außerdem meine Drohne über eure Location, und daraus entstehen auch tolle Gruppenbilder von oben.
5. Wie viele Bilder bekommen wir?
Eine feste Zahl gibt es bei mir nicht, und ich würde bei jeder Fotografin skeptisch werden, die eine fixe Zahl verspricht. Wie viele Bilder es werden, hängt von der Dauer ab, von der Größe der Hochzeitsgesellschaft, von der Anzahl der Gruppenfotos und davon, wie viel an eurem Tag passiert. Bei einer langen Hochzeit von rund zehn Stunden, auf der viel los ist, können es durchaus 2.000 bis 3.000 Bilder werden. Wichtiger als die Menge ist aber: Jedes Bild, das ihr bekommt, soll es wert sein, angeschaut zu werden.
6. Wann bekommen wir unsere Bilder?
Das Warten auf die Hochzeitsbilder fühlt sich für viele Paare an wie das Warten aufs Christkind. Deshalb solltet ihr diese Frage unbedingt stellen und euch die Antwort auch schriftlich geben lassen. Bei mir läuft es so: Meist schon am Tag nach der Hochzeit oder am Tag darauf bekommt ihr eine kleine Auswahl mit ersten Highlights. Die komplette Galerie folgt in der Regel nach ein bis zwei Wochen, euer Film nach etwa ein bis drei Wochen.
Die Bilder bekommt ihr per WeTransfer-Link. Der ist ein Jahr lang gültig. Bitte ladet alles rechtzeitig herunter und sichert es an mehreren Orten, zum Beispiel auf einer Festplatte und in einer Cloud. Danach lösche ich die Daten aus Platzgründen.
7. Bekommen wir auch die Rohdaten?
Bei mir nicht, und das hat einen guten Grund. Unbearbeitete Dateien sind wie ein Rohteig: Da sind doppelte Bilder dabei, verwackelte, welche mit geschlossenen Augen und welche, auf denen Onkel Herbert gerade herzhaft in ein Schnitzel beißt. Die sortiere ich für euch aus. Jedes Bild, das ihr bekommt, ist von mir bearbeitet: Farben, Kontraste, Lichtstimmung, natürlich und zeitlos. Eure Brautpaarbilder retuschiere ich besonders fein, und falls vor lauter Aufregung ein ungeliebter Pickel aufgetaucht ist, verschwindet er.
8. Was passiert, wenn du krank wirst?
Das ist die Frage, die sich viele nicht zu stellen trauen, dabei ist sie völlig berechtigt. Fotografinnen sind auch nur Menschen. Bei mir gilt: Sollte ich kurzfristig ausfallen, bekommt ihr alles, was ihr bereits bezahlt habt, zurück. Und ich tue alles, damit ihr nicht ohne Fotografin dasteht: Ich habe ein Netzwerk an professionellen Kolleginnen und Kollegen und helfe euch, jemanden für euren Tag zu finden.
9. Wie läuft die Bezahlung ab, und was gilt bei einer Absage?
Lasst euch alle Kosten schriftlich geben und lest den Vertrag in Ruhe durch. Bei mir ist es so: Mit einer Anzahlung von 30 Prozent ist euer Datum fix für euch reserviert. Diese Anzahlung wird natürlich von der Endrechnung abgezogen. Die Rechnung für den Rest bekommt ihr nach der Hochzeit, gemeinsam mit den ersten Highlights.
Und falls sich eure Pläne ändern: In meinem Vertrag ist klar und fair geregelt, was bei einer Absage oder Verschiebung passiert, in einfachen Worten und ohne Kleingedrucktes, das man erst mit einem Jus-Studium versteht.
10. Kostet die Anfahrt extra?
Gerade wenn eure Location etwas weiter weg ist, solltet ihr das vorher klären. Bei mir ist die Anfahrt bis 30 Kilometer ab Hollabrunn kostenlos. Ich begleite Hochzeiten im ganzen Weinviertel, im Waldviertel, in ganz Niederösterreich und in Wien. Für weiter entfernte Orte sagt ihr mir einfach, wo ihr feiert, und ich nenne euch die Kosten vorab.
11. Was passiert, wenn es regnet?
Dann regnet es eben. Ehrlich, lasst euch die Laune nicht von der Wettervorhersage verderben. Regen macht das Licht weich und die Farben satt. Wir nutzen überdachte Plätze, ein Presshaus, eine Kellergasse oder einen Stadl, oder wir machen mit meinem durchsichtigen Regenschirm romantische Bilder. Und fast immer gibt es eine Regenpause, in der wir kurz hinausgehen. Was ihr tun könnt: einen überdachten Platz für die Agape einplanen und ein Handtuch für die Schuhe einpacken.

12. Wie läuft die Vorbereitung ab?
Eine gute Hochzeitsfotografin fragt euch Löcher in den Bauch, bevor es losgeht. Bei mir gibt es dafür einen Hochzeitsfragebogen und einen gemeinsamen Zeitplan. Sechs bis acht Wochen vorher gehen wir euren Ablauf gemeinsam durch, und ihr schickt mir eure Gruppenfoto-Liste. Am besten mit höchstens zehn Gruppen, denn pro Gruppe rechne ich zwei bis drei Minuten. Die Liste gebt ihr euren Trauzeugen: Sie rufen die Leute zusammen, ich kümmere mich um Aufstellung und Licht.
Fragt außerdem beim Traugespräch in Kirche oder Standesamt nach, ob Fotos und Film erlaubt sind und wo ich stehen darf. Das ist überall ein bisschen anders.
Bonus: Die Frage, die ihr euch selbst stellen solltet
„Fühlen wir uns gesehen?“ Hört die Fotografin zu, wenn ihr erzählt? Interessiert sie sich für eure Geschichte, oder will sie nur schnell ein Paket verkaufen? Merkt sie sich, dass die Oma nicht mehr gut gehen kann und einen Sessel braucht, oder dass der Papa der Braut lieber nicht neben dem Ex-Mann der Mama stehen sollte? Eine gute Hochzeitsfotografin hat nicht nur die Technik im Griff, sondern auch das Gespür für Menschen.
Woran ihr außerdem eine gute Hochzeitsfotografin erkennt
Es gibt ein paar Dinge, die man auf keiner Preisliste findet und die trotzdem einen riesigen Unterschied machen.

Der Blick fürs Detail. Eine gute Fotografin sieht, wenn sich die Halskette verdreht hat, ein Haargummi noch am Handgelenk sitzt oder das Handy die Hosentasche ausbeult, und sie korrigiert das liebevoll, bevor sie auslöst. Ihr wollt euch auf euren Bildern später ja nicht über Kleinigkeiten ärgern, die man ganz leicht hätte richten können.
Die Gäste. Eure Hochzeit sind nicht nur ihr zwei. Es sind die Oma, die sich heimlich eine Freudenträne abwischt, die beste Freundin mit leuchtenden Augen und das Blumenkind, das mitten in der Zeremonie verträumt in den Himmel schaut. Fragt ruhig, wie die Fotografin mit euren Gästen umgeht. Ich füge mich dezent ein, und viele Gäste nehmen mich eher als Freundin wahr. Für mich ist das das schönste Kompliment.
Ruhe im Trubel. Irgendetwas geht an jedem Hochzeitstag schief. Der Brautstrauß liegt noch im Kühlschrank, der Trauzeuge hat die Ringe im Auto vergessen, oder es regnet genau beim Sektempfang. Eine gute Fotografin bleibt dann ruhig, lächelt und hilft mit. Fragt sie ruhig nach ihrer lustigsten Panne. Wie sie davon erzählt, sagt viel aus.
Noch drei kleine Tipps aus der Praxis
- Plant Puffer ein. Fast jede Trauung beginnt ein paar Minuten später als geplant. Fast jedes Getting Ready dauert länger. Ein Zeitplan mit Luft ist ein Zeitplan, bei dem ihr entspannt bleibt.
- Denkt an eine Unplugged-Trauung. Bittet eure Gäste, während der Zeremonie das Handy in der Tasche zu lassen. Ihr wollt beim Einzug in Gesichter schauen, nicht auf Bildschirme.
- Nehmt euch zehn Minuten nur für euch. Irgendwann am Tag, abseits des Trubels. Ich halte mich dabei im Hintergrund, und oft entstehen genau dann die schönsten Bilder.
Und jetzt?
Wenn ihr diese Fragen stellt, habt ihr schon richtig viel Klarheit. Vergleicht nicht nur Preise, sondern auch das Gefühl, das ihr bei der Fotografin habt. Denn eure Hochzeitsbilder werdet ihr noch euren Enkeln zeigen, und dann soll man auf jedem einzelnen sehen, wie glücklich ihr wart.
Wenn ihr Lust habt, schreibt mir euer Datum und eure Location. Ich melde mich persönlich bei euch, und dann trinken wir einen Kaffee. Oder zwei.
Alles Liebe,
Sabrina
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Ich freu mich auf euch!
Habt ihr noch Fragen an mich? Schreibt mir euer Datum – ich freu mich auf einen Kaffee mit euch.


