Die schönsten Orte für Familienfotos im Weinviertel – und warum euer Garten manchmal gewinnt

Familie sitzt von hinten auf einem Baumstamm und blickt in die Landschaft – Sabrina Dötzl Fotografie Hollabrunn

Lesezeit: ca. 8 Minuten

„Wo sollen wir denn fotografieren?“ Diese Frage bekomme ich fast bei jeder Familienanfrage. Meistens folgt gleich danach ein kleines, verlegenes „Bei uns gibt’s ja nix Besonderes.“ Und jedes Mal muss ich ein bisschen schmunzeln. Denn das Weinviertel ist für Familienfotos ungefähr so langweilig wie ein Kindergeburtstag ohne Torte: nämlich gar nicht.

Ich bin Sabrina, Fotografin und Filmerin aus Hollabrunn, und ich fotografiere seit Jahren Familien zwischen Weinbergen, Kellergassen und Feldern. In diesem Artikel verrate ich dir, welche Orte sich für Familienfotos im Weinviertel besonders eignen, zu welcher Jahreszeit sie am schönsten sind, worauf du achten solltest, und warum der schönste Ort manchmal einfach euer eigener Garten ist.

Bevor wir losgehen: Was einen guten Fotoort ausmacht

Ein schöner Ort für Familienfotos muss nicht spektakulär sein. Ehrlich gesagt ist zu viel Spektakel sogar eher hinderlich, denn auf den Bildern sollt ihr die Hauptrolle spielen und nicht die Kulisse. Diese vier Dinge sind mir viel wichtiger:

  • Weiches Licht. Am frühen Morgen oder in den Abendstunden wird das Licht warm und weich. Mittagssonne dagegen sorgt für harte Schatten und zusammengekniffene Augen.
  • Platz zum Bewegen. Kinder wollen laufen, springen, Steine sammeln. Ein Ort, an dem sie sich austoben dürfen, bringt automatisch echtere Bilder.
  • Ruhe. Je weniger Spaziergänger, Radfahrer und Autos, desto entspannter seid ihr alle.
  • Ein Rückzugsort. Ein Auto in der Nähe, ein schattiger Platz, eine Bank. Für Pausen, Snacks und Wutanfälle.

Die Weinberge – der Klassiker, der nie langweilig wird

Das Weinviertel heißt nicht umsonst so. Rund um Hollabrunn und eigentlich in jeder Richtung findet ihr Weinberge, und jede Jahreszeit sieht dort anders aus. Im Frühling ist das Laub hellgrün und zart, im Sommer üppig und dicht, im Herbst leuchten die Reben gelb, orange und rot. Ich persönlich liebe den Oktober: goldenes Licht, buntes Laub und Kinder, die sich zwischen den Rebzeilen jagen.

Eltern mit Kleinkind zwischen Weinreben, natürliches Familienfoto – Sabrina Dötzl Fotografie Hollabrunn

Mein Tipp: Weinberge sind meistens privat bewirtschaftet. Bleibt auf den Wegen, steigt nicht in die Rebzeilen, wenn gerade gelesen wird, und nascht bitte keine Trauben. Auch wenn die Kinder sehr überzeugend erklären können, dass es nur eine einzige war.

Kellergassen – Weinviertel pur

Wenn es etwas gibt, das typisch Weinviertel ist, dann sind es die Kellergassen: lange Reihen von kleinen Presshäusern mit bunten Holztüren, Lehmwänden und alten Laternen. Die Untere Kellergasse in Hadres gilt als die längste Kellergasse Österreichs. Aber auch in vielen kleineren Orten rund um Hollabrunn gibt es wunderschöne, ruhige Kellergassen.

Kellergassen sind ideal für Familien, die es ein bisschen rustikal mögen. Die Holztüren geben einen tollen Hintergrund, die Wege sind meist ruhig, und bei Regen findet sich oft ein Vordach. Wichtig: Die Presshäuser und Keller gehören jemandem. Davor fotografieren ist meistens kein Problem, hinein oder auf private Bänke nur mit Erlaubnis. Und an Kellergassenfesten ist es dort zwar lustig, aber für Fotos eindeutig zu voll.

Die Windmühle in Retz

Die Windmühle über Retz ist ein echtes Wahrzeichen der Region und steht wunderschön oberhalb der Weingärten. Bei Sonnenuntergang ist der Blick über das Land herrlich. Für Familienfotos eignet sich die Wiese rund um die Mühle gut, weil Kinder dort Platz haben und der Himmel den Hintergrund liefert. Ehrliche Einschränkung: Bei schönem Wetter seid ihr dort selten allein. Plant lieber einen Wochentag am Abend ein.

Wald und Naturpark – wenn ihr es ruhig und schattig mögt

Im Sommer, wenn die Felder in der Hitze flimmern, ist der Wald mein liebster Ort. Das Licht fällt durch die Blätter, es ist angenehm kühl, und Kinder finden dort automatisch etwas zu tun: Stöcke, Zapfen, Käfer, Baumstämme zum Balancieren. Der Naturpark Leiser Berge bei Ernstbrunn ist zum Beispiel ein schönes Ziel, aber auch jedes kleine Waldstück am Ortsrand funktioniert.

Familie mit zwei Kindern steht im hohen Gras am Waldrand – Sabrina Dötzl Fotografie Hollabrunn

Wald-Bilder wirken besonders schön, wenn ihr Kleidung in Erdtönen tragt: Creme, Beige, Olivgrün, ein warmes Braun. Dann fügt ihr euch in die Umgebung ein, statt mit ihr zu konkurrieren.

Felder, Wiesen und blühende Natur

Das Weinviertel ist Ackerland, und das ist ein großes Geschenk für Familienfotos. Im Frühling blühen gelbe Rapsfelder, im Sommer stehen Getreide und Sonnenblumen hoch, und im Herbst gibt es abgeerntete Felder mit langen Schatten im Abendlicht. Ein einzelner Baum mitten im Feld ist übrigens einer meiner absoluten Lieblingshintergründe.

Familie spaziert Hand in Hand über eine Wiese im Herbst – Sabrina Dötzl Fotografie Hollabrunn

Ganz wichtig: Bitte niemals einfach in ein Feld hineinlaufen. Es gehört einer Bäuerin oder einem Bauern, und zertrampeltes Getreide ist für sie bares Geld. Fotografiert wird vom Feldweg oder vom Feldrand aus. Mit einem guten Blickwinkel sieht es auf dem Bild trotzdem so aus, als würdet ihr mitten im Sonnenblumenmeer stehen.

Euer Lieblingsort – der unterschätzte Gewinner

Der vielleicht schönste Ort ist einer, den nur ihr kennt. Der Spielplatz, auf dem eure Kinder jeden Nachmittag sind. Der Feldweg, auf dem ihr sonntags spazieren geht. Der Teich, an dem Papa das Fischen beigebracht hat. Oder euer eigener Garten mit der Schaukel, die schon ein bisschen schief hängt.

Solche Orte haben eine Geschichte, und genau die macht die Bilder später so wertvoll. Wenn eure Kinder groß sind, werden sie sich nicht an die perfekte Kulisse erinnern, sondern an den Ort, an dem sie jeden Sommer waren.

Mein Garten unter der Trauerweide

Ein bisschen Eigenwerbung darf sein: In meinem Garten in Hollabrunn steht eine große Trauerweide, und darunter fotografiere ich unglaublich gern. Die langen Zweige hängen fast bis zum Boden, das Licht wird weich und grün, und Kinder lieben es, durch den Vorhang aus Blättern zu laufen. Wenn Wetter und Jahreszeit mitspielen, gehen wir bei einem Shooting im Studio zusätzlich hinaus – ohne Aufpreis. Und mein Studio ist gleich daneben, falls das Wetter doch einen Strich durch die Rechnung macht.

Eltern halten ihr Neugeborenes unter der Trauerweide im Garten – Sabrina Dötzl Fotografie Hollabrunn

Welche Jahreszeit ist die beste?

  • Frühling: frisches Grün, blühende Bäume und Rapsfelder. Das Wetter ist allerdings launisch. Plant einen Ersatztermin ein.
  • Sommer: lange Abende und warmes Licht. Fotografiert am besten ab etwa zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Kleiner Haken: Gerade bei Kleinkindern kollidiert das gern mit der Schlafenszeit.
  • Herbst: mein Favorit. Goldene Weinberge, buntes Laub, angenehme Temperaturen und frühere Sonnenuntergänge, die perfekt in den Kinderalltag passen.
  • Winter: unterschätzt! Mit Wollmützen, Strickpullis und vielleicht ein bisschen Schnee entstehen gemütliche Bilder. Und wenn es zu kalt ist, gehen wir ins Studio.

Was ihr anziehen solltet, damit Ort und Outfit zusammenpassen

Die Farben eurer Kleidung entscheiden mit, wie harmonisch die Bilder wirken. Ein paar Faustregeln:

  • Wählt zwei bis drei Farben aus einer Farbwelt und kombiniert sie mit Naturtönen wie Creme, Beige oder Jeansblau.
  • Im Grünen und im Wald passen Erdtöne, Olive und Senf wunderschön.
  • In den Kellergassen wirken Creme, Weiß und warme Brauntöne vor den Lehmwänden besonders schön.
  • Vermeidet große Logos, Comicfiguren und Neonfarben. Sie lenken vom Wichtigsten ab: von euch.
  • Denkt an bequeme Schuhe. Feldwege sind keine Laufstege.

Mein kleiner Trick: Legt alle Outfits nebeneinander aufs Bett und macht ein Handyfoto. Wenn nichts heraussticht, passt es.

Praktisches, an das kaum jemand denkt

  • Mückenspray im Sommer, vor allem im Wald und am Wasser.
  • Snacks, die nicht kleckern. Brezeln statt Schokolade. Schokolade im Gesicht ist süß, auf der weißen Bluse eher weniger.
  • Feuchttücher und Ersatzkleidung für die Kleinsten. Kinder finden jede Pfütze. Wirklich jede.
  • Eine Decke zum Draufsitzen. Sie ist Pausenplatz und Fotohintergrund in einem.
  • Genug Zeit für die Anfahrt. Wer gestresst ankommt, sieht auch gestresst aus. Plant lieber zehn Minuten Puffer ein.

Und wenn das Wetter nicht mitspielt?

Dann entscheiden wir gemeinsam: Wir verschieben auf einen anderen Tag, oder wir fotografieren gemütlich drinnen im Studio. Ein leichter Nieselregen ist übrigens kein Grund zur Panik. Bewölkter Himmel liefert sogar besonders weiches Licht, und ein paar Bilder unter einem Schirm sind manchmal die schönsten der ganzen Galerie.

So läuft ein Familienshooting bei mir ab

Egal ob Weinberg, Wald oder Garten: Ein Familienshooting bei mir ist kein Termin, bei dem alle eine Stunde lang brav in die Kamera lächeln müssen. Ganz im Gegenteil. Ich plane ungefähr zwei Stunden ein und schaue dabei nicht auf die Uhr. Wir gehen spazieren, spielen Fangen, kitzeln, kuscheln und machen Blödsinn. Zwischendurch gebe ich euch kleine Impulse: „Nehmt die Kinder in die Mitte und lauft auf mich zu“, „Flüster deiner Tochter ein Geheimnis ins Ohr“, „Wer kann Papa am schnellsten umwerfen?“ Daraus entstehen Bilder, die sich echt anfühlen, weil sie echt sind.

Danach bearbeite ich eure komplette Galerie – meist 30 bis 50 Bilder. Dazu gestalte ich künstlerische Doppelbelichtungen und einen persönlichen Erinnerungsfilm aus kurzen bewegten Momenten. Ihr seht alles zuerst als Vorschau und sucht euch erst dann eure Kollektion aus. In der Regel ist eure Galerie nach ein bis zwei Wochen fertig.

Und wenn die Kinder einfach keine Lust haben?

Willkommen im echten Familienleben. Ehrlich: Ich habe noch kein Familienshooting erlebt, bei dem alle Kinder die ganze Zeit begeistert mitgemacht hätten. Und das ist völlig in Ordnung. Wenn ein Kind keine Lust hat, machen wir eine Pause, essen einen Snack oder fotografieren zuerst die anderen. Oft kommt das Kind nach ein paar Minuten von selbst zurück, weil es ja doch nicht verpassen will, was da so lustig ist.

Was dabei wirklich hilft: Plant das Shooting nicht kurz vor dem Mittagsschlaf oder dem Abendessen. Rechnet damit, dass Kinder etwa eine halbe Stunde früher müde werden, als ihr denkt. Und bitte, bitte kein „Jetzt lach doch mal schön!“. Das führt bei fast allen Kindern zu einer Grimasse, die irgendwo zwischen Zahnarzt und Zitronenbiss liegt. Ich bringe sie anders zum Lachen – meistens mit ziemlich albernen Geräuschen.

Fazit: Der beste Ort ist der, an dem ihr ihr selbst seid

Das Weinviertel hat unglaublich viele schöne Plätze für Familienfotos: Weinberge, Kellergassen, Wälder, Felder und die Windmühle in Retz. Aber am Ende ist der Ort nur die Bühne. Die Hauptrolle spielt eure Familie, mit allem Lachen, Kitzeln, Quatschmachen und dem einen Kind, das unbedingt auf den Baumstamm klettern muss.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, wo es hingehen soll, schreibt mir einfach. Erzählt mir ein bisschen von euch, und ich schlage euch einen Ort vor, der zu euch passt. Ich freue mich auf euch!

Alles Liebe,
Sabrina

Ich freu mich auf euch!

Ihr wisst noch nicht, wo es hingehen soll? Schreibt mir – ich schlage euch einen Ort vor, der zu euch passt.

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Bild von Sabrina Dötzl

Sabrina Dötzl

Fotografin & Filmerin aus Hollabrunn, Mama von zwei Kindern und verliebt in echte Momente. Ich fotografiere Babybäuche, Neugeborene, Familien, Paare und Hochzeiten – natürlich, warm und ohne steifes Posieren.

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